Asics verspricht mit dem neuen GlideRide 2 einen spürbaren Effizienzgewinn bei längeren Läufen. Wie sich dieser Wunderschuh läuft, haben wir selber getestet.

Asics hat mit dem GlideRide 2 soeben einen Nachfolger seiner ersten Glide-Generation auf den Markt gebracht. Der Schuh bildet zusammen mit dem leichteren EvoRide 2 (respektive dem Tri Noosa) und der Karbon-Wettkampfrakete Metaracer die Rocker-Linie. Das sind keine Musiker sondern mit Rocker ist die gebogene Sohlenform gemeint. Asics fällt vor allem durch den besonders stark gebogenen Zehenbereich auf.

15% Effizienzgewinn?

Asics verspricht durch die gebogene Form, den Gesamtaufbau des Schuhs, die verwendeten Materialien sowie die harte Zwischensohle einen besonders effizienten Vortrieb. Der GlideRide 2 ist der am besten gedämpfte und stabilste Rocker-Schuh von Asics und für längere Distanzen und/oder tiefere Geschwindigkeiten gemacht. Das ergibt Sinn für lockere Trainingsläufe, Longjogs, bis hin zu langen Tempoläufen oder auch den Laufsplit bei Halbironman oder Ironman. Effizienzgewinne von über 15% werden angegeben. Ein Traum für jede Läuferin, jeden Läufer, gerade auch im Triathlon. Die leichtere Variante, der EvoRide 2 ist deshalb auch die Basis für den brandneuen Tri Noosa. Wie dem auch sei: Wir haben den GlideRide2 mal genauer unter die Lupe genommen anlässlich eines Testlaufes auf flachen Asphalt- sowie Kieswegen entlang dem Zürichsee in der Region Horgen.

Nicht gegen den Schuh laufen

Die ersten Schritte fühlen sich etwas gewöhnungsbedürftig an. Die stark gebogene Zehenpartie bewirkt einen ausgeprägteren Kippeffekt als bei vielen Konkurrenzprodukten. Doch nach wenigen hundert Metern ist das bereits kein Thema mehr, der Körper gewöhnt sich schnell daran. Überhaupt geht es bei diesem Schuh vor allem auch darum, sich der durch die Krümmung vorgegebenen Bewegung voll hinzugeben. Man darf nicht gegen diesen Schuh laufen. Der Schuh gibt das Muster vor. Und das fühlt sich generell sehr gut und effizient an. Die Ferse ist fest und gibt sehr guten Halt, die Passform ist wie immer bei Asics einfach perfekt. Das Laufgefühl ist bei gemütlichem Tempo sehr gut. Das kann bei weitem nicht jeder Rocker-Schuh. Der GlideRide 2 läuft sich aber dank der steifen Zwischensohle sehr kompakt und fühlt sich trotz der guten Dämpfung nicht unangenehm weich an. Seitlich ist der Neutralschuh zwar relativ stabil, aber der Schuh hat spätestens auf grobem Kies die Tendenz, seitlich etwas zu kippen. Auf solchem Untergrund ist präzises Laufen gefragt. Das ist wohl auch der taillierten Sohle zuzuschreiben, welche zwar dynamisch ist, aber seitlich kaum stabilisiert. Zudem ist der Schuh relativ hoch gebaut.

Vortriebsgefühl auch bei tiefem Tempo

Und was ist nun mit der Laufeffizienz? Tja, diese ist sehr schwierig zu beurteilen. Es dünkt uns zumindest nicht ineffizient, mit diesem Schuh unterwegs zu sein. Wenn auch das Gewicht etwas hoch ist, kommt doch auch bei tieferem Tempo ein Vortriebsgefühl auf. Der Schuh – vor allem wenn er über die Ferse gelaufen wird – drückt einen förmlich nach vorne. Das ist ebenfalls bei etwas höheren Geschwindigkeiten so. Zumindest bei einem Tempo von 4.30/km ist der Schuh immer noch dynamisch genug. Schnelleres Tempo spricht dann für den leichteren EvoRide2/Tri Noosa. Aber gerade im Triathlon-Langdistanzeinsatz und/oder bei Longjogs bis hin zu längeren Tempoläufen fühlt sich der GlideRide2 pudelwohl und hilft der Athletin/dem Athleten sicherlich auch, effizient unterwegs zu sein.

Fazit

Zusammengefasst ist der GlideRide 2 genau für das geeignet, wofür er auch gebaut wird: Längere Läufe, tiefere bis mittlere Geschwindigkeiten, längere Tempoläufe oder dann auch den Einsatz im Langdistanztriathlon. Er ist gut gedämpft, aber dank der steifen Zwischensohle nicht zu weich, die Passform ist sehr angenehm, die Ferse fest. Die gebogene Form erzeugt ein permanentes Vortriebsgefühl. Der Schuh ist eher etwas schwer und durch die hohe Bauart sowie die taillierte Sohle seitlich vor allem in etwas unwegsameren Gelände nicht super stabil. Von einem Wunderschuh würden wir nicht reden, aber der GlideRide 2 ist ein empfehlenswerter Schuh für alle, welche einen modernen, dynamischen Schuh für längere Distanzen suchen. Für die schnelleren Tempi ist dann der EvoRide 2, respektive der baugleiche Tri Noosa, die bessere Option.

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Marcel Kamm

Marcel Kamm

Autor

Mitinhaber, Geschäftsführer. Verantwortlich für Kommunikation, Trainingsplanung, Seminare. Marcel kümmert sich um alle Belange der Kommunikation, Positionierung, Strategie und Geschäftsentwicklung. Zudem betreut er als erfahrener Coach Athletinnen und Athleten aus Triathlon, Lauf- und Radsport.

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